Rentabilität

Amortisation Photovoltaik berechnen: Formel, Beispiele & Tabelle (2026)

Die Amortisation einer Photovoltaikanlage berechnen Sie mit einer einfachen Formel: Investitionskosten ÷ jährlicher Vorteil. In der Praxis amortisiert sich eine Anlage in Deutschland typischerweise in 9 bis 13 Jahren. Da Module 25–30 Jahre halten, ergibt sich danach ein langer Zeitraum mit praktisch kostenlosem Strom. Auf dieser Seite rechnen wir die Amortisation Schritt für Schritt vor — inklusive ehrlicher Vollkosten.

Die Amortisationsformel

Amortisation (Jahre) = Investitionskosten ÷ Jährlicher Vorteil

Der jährliche Vorteil setzt sich zusammen aus:

  • Eigenverbrauchsersparnis: Selbst verbrauchter Strom × Strompreis
  • Einspeisevergütung: Eingespeister Überschuss × EEG-Vergütung

So berechnen Sie Ihre Amortisation selbst

Am besten verstehen Sie die Rechnung an einem durchgängigen Beispiel. Wir nehmen ein typisches Einfamilienhaus mit einer 8-kWp-Anlage und einem Jahresverbrauch von 4.500 kWh. Alle Werte sind Richtwerte — für Ihre eigene Anlage setzen Sie einfach Ihre Zahlen ein.

  1. Schritt 1 — Investitionskosten bestimmen

    Rechnen Sie mit ca. 1.800 €/kWp inklusive Installation (Richtwert 2026 — Details im Ratgeber Solaranlage Kosten). Für 8 kWp ergibt das:

    8 kWp × 1.800 €/kWp = 14.400 €

  2. Schritt 2 — Jahresertrag schätzen

    Im deutschen Mittel liefert eine kWp rund 1.000 kWh pro Jahr (DWD, Südausrichtung). Je nach Region liegt dieser Wert zwischen ca. 900 (Norden) und 1.150 kWh/kWp (Süden):

    8 kWp × 1.000 kWh/kWp = 8.000 kWh/Jahr

  3. Schritt 3 — Eigenverbrauch und Einspeisung aufteilen

    Ohne Batteriespeicher nutzen die meisten Haushalte ca. 30 % des Solarstroms direkt selbst, der Rest wird eingespeist:

    Eigenverbrauch: 8.000 kWh × 30 % = 2.400 kWh
    Einspeisung: 8.000 kWh − 2.400 kWh = 5.600 kWh

  4. Schritt 4 — Jährlichen Vorteil berechnen

    Der selbst genutzte Strom spart den vollen Strompreis (ca. 0,32 €/kWh), für die Einspeisung gibt es die EEG-Vergütung (7,78 ct/kWh für Anlagen unter 10 kWp):

    Ersparnis: 2.400 kWh × 0,32 € = 768 €
    Einspeisung: 5.600 kWh × 0,0778 € = 436 €
    Jährlicher Vorteil = 768 € + 436 € = 1.204 €

  5. Schritt 5 — Amortisation ausrechnen

    Jetzt nur noch die Investition durch den jährlichen Vorteil teilen:

    14.400 € ÷ 1.204 € ≈ 12,0 Jahre

Vereinfachte Rechnung ohne laufende Kosten und Moduldegradation — diese betrachten wir weiter unten ehrlich. Die genaue Aufteilung von Eigenverbrauch und Einspeisung übernimmt für Ihren Standort der Rendite-Rechner automatisch.

Rechenbeispiele 2026

Kleines Einfamilienhaus — München

Anlage:5 kWp, Südausrichtung
Investition:9.000 €
Jahresertrag:~5.500 kWh
Jährlicher Vorteil:~950 €
Amortisation:~9,5 Jahre

Großes Haus mit Wärmepumpe — Hamburg

Anlage:12 kWp, Südwest
Investition:20.000 €
Jahresertrag:~10.800 kWh
Jährlicher Vorteil:~1.800 €
Amortisation:~11 Jahre

Amortisationstabelle nach Anlagengröße

Wie lange dauert die Amortisation je nach Anlagengröße? Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte für typische Hausdachanlagen — nach derselben Rechenlogik wie oben.

AnlagengrößeTypische InvestitionJährlicher VorteilAmortisation
4–6 kWpca. 7.500–11.000 €ca. 650–900 €ca. 11–13 Jahre
8 kWpca. 13.000–15.000 €ca. 1.100–1.350 €ca. 11–13 Jahre
10 kWpca. 16.000–19.000 €ca. 1.300–1.600 €ca. 11–14 Jahre
15 kWpca. 24.000–28.000 €ca. 1.900–2.400 €ca. 11–14 Jahre

Richtwerte bei ca. 1.800 €/kWp, rund 1.000 kWh/kWp Jahresertrag (DWD-Mittel), 30 % Eigenverbrauch, Strompreis 0,32 €/kWh und EEG 2026. Größere Anlagen fallen ab 10 kWp unter den niedrigeren Einspeisesatz (6,73 ct/kWh), weshalb mehr Leistung die Amortisation nicht automatisch verkürzt. Regionale Unterschiede behandeln wir am Beispiel Brandenburg.

Was die Amortisation am stärksten beeinflusst

Drei Stellschrauben entscheiden über die Amortisationszeit. Die folgende Tabelle zeigt, wie stark sich jede einzelne auf unseren Basisfall auswirkt (8 kWp, 14.400 € Investition, 8.000 kWh Ertrag, 4.500 kWh Verbrauch — Amortisation 12,0 Jahre).

ParameterVeränderungAmortisation
Strompreis0,27 € / 0,32 € / 0,37 €13,3 / 12,0 / 10,9 Jahre
Eigenverbrauchsquote30 % / 60 %12,0 / 8,4 Jahre*
Anschaffungspreis−20 % / Basis / +20 %9,6 / 12,0 / 14,4 Jahre

* Eine Eigenverbrauchsquote von 60 % erreicht man in der Regel nur mit einem Batteriespeicher — dessen Anschaffungskosten sind in dieser Zeile nicht eingerechnet.

Hinzu kommen Standort und Ausrichtung: Süddeutschland hat 15–20 % mehr Sonnenstunden als der Norden, und eine Südausrichtung bringt ca. 25 % mehr Ertrag als ein Ost-/Westdach. Wie sich die Region konkret auswirkt, zeigt unser Beispiel Brandenburg.

Vollkosten ehrlich gerechnet

Viele Amortisationsrechnungen blenden laufende Kosten aus. Wir tun das nicht — denn sie verlängern die Amortisation real, wenn auch moderat. Über die Lebensdauer einer Anlage fallen typischerweise an:

KostenfaktorGrößenordnung (Richtwert)Wann
Wechselrichtertauschca. 1.000–2.000 €nach ca. 12–15 Jahren
Versicherung (PV-Police)ca. 50–100 €/Jahrlaufend
Zähler-/Messstellengebührca. 20–60 €/Jahrlaufend
Wartung/Reinigunggering, gelegentlichnach Bedarf
Moduldegradationca. 0,3–0,5 % weniger Ertrag/Jahrlaufend

In Summe verlängern diese Posten die Amortisation gegenüber der reinen Idealrechnung realistisch um etwa 1 bis 1,5 Jahre. Aus den ~12 Jahren unseres Beispiels werden so eher 13 Jahre. Bei einer Lebensdauer von 25–30 Jahren bleibt die Anlage dennoch klar wirtschaftlich — die Ehrlichkeit gehört aber in jede seriöse Rechnung.

Steuern: Warum sich die Rechnung seit 2023 verbessert hat

Zwei steuerliche Regelungen verbessern die Amortisation spürbar und sind gesetzlich stabil:

  • 0 % Umsatzsteuer auf Kauf und Installation von PV-Anlagen bis 30 kWp (§ 12 Abs. 3 UStG, seit 2023). Das senkt die Investition gegenüber den früheren 19 % MwSt um effektiv ca. 16 % — im Beispiel oben also ein direkter Hebel auf die Amortisationszeit.
  • Einkommensteuerbefreiung der Erträge für Anlagen bis 30 kWp (§ 3 Nr. 72 EStG). Einspeisevergütung und der Wert des Eigenverbrauchs müssen nicht versteuert werden.

Dies ist keine Steuerberatung. Für Ihre persönliche Situation — insbesondere bei größeren oder gewerblich genutzten Anlagen — wenden Sie sich an einen Steuerberater.

Amortisationszeit und Rendite — nicht dasselbe

Die Amortisationszeit beantwortet nur eine Frage: Wann haben Sie Ihr eingesetztes Geld zurück? Sie sagt nichts darüber aus, wie viel die Anlage über ihre gesamte Lebensdauer einbringt. Genau das ist die Rendite — und sie fällt fast immer attraktiv aus.

Ein Beispiel: Hat sich Ihre Anlage nach 12 Jahren amortisiert, liefert sie bei einer Lebensdauer von 25–30 Jahren danach noch 13 bis 18 Jahre nahezu kostenlosen Strom. In dieser Zeit erwirtschaftet jede selbst genutzte Kilowattstunde weiterhin den vollen Gegenwert des Strompreises — Geld, das Sie sonst an den Versorger zahlen würden. Über die gesamte Laufzeit ergibt sich so eine jährliche Rendite, die viele klassische, ähnlich sichere Geldanlagen übertrifft.

Wichtig ist außerdem die Perspektive: Steigt der Strompreis künftig weiter, sinkt Ihre Amortisationszeit nachträglich, weil jede selbst genutzte Kilowattstunde mehr wert wird. Eine PV-Anlage ist damit auch eine Absicherung gegen steigende Energiekosten.

Häufige Fehler bei der Amortisationsrechnung

Wer die Amortisation selbst überschlägt, rechnet sich die Anlage leicht zu gut oder zu schlecht. Die häufigsten Stolpersteine:

  • Eigenverbrauch unterschätzen: Selbst genutzter Strom ist rund viermal so wertvoll wie eingespeister. Wer nur mit der Einspeisevergütung rechnet, kommt auf eine viel zu lange Amortisationszeit.
  • Laufende Kosten ignorieren: Wechselrichtertausch, Versicherung und Zählergebühr gehören in eine ehrliche Rechnung — sie verlängern die Amortisation um etwa 1 bis 1,5 Jahre.
  • Degradation vergessen: Module verlieren jährlich ca. 0,3–0,5 % Leistung. Über 20 Jahre summiert sich das spürbar.
  • Mit konstantem Strompreis rechnen: Der Strompreis ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Eine Rechnung mit fixem Preis unterschätzt den künftigen Vorteil tendenziell.
  • Speicherkosten der PV-Anlage zurechnen: Ein Speicher hat seine eigene Wirtschaftlichkeit. Wer seine Kosten der PV-Anlage anlastet, verzerrt deren Amortisation.
  • Nur ein Angebot einholen: Preisunterschiede von 20–30 % für identische Anlagen sind üblich — wer nicht vergleicht, verlängert seine Amortisation unnötig. Eine Einordnung der Preise gibt der Ratgeber Solaranlage Kosten.

Amortisation bei Finanzierung über einen Kredit

Viele Haushalte zahlen die Anlage nicht aus Eigenkapital, sondern finanzieren sie — etwa über einen zinsgünstigen KfW-Kredit. Das verändert die Betrachtung: Statt einer einmaligen Investition stehen den jährlichen Erträgen nun jährliche Kreditraten gegenüber.

Liegt der jährliche Vorteil über der jährlichen Rate (Tilgung plus Zinsen), trägt sich die Anlage faktisch selbst — Sie zahlen sie aus den Stromersparnissen ab, ohne eigenes Kapital vorab zu binden. Der Zinssatz erhöht zwar die Gesamtkosten, doch bei den aktuellen Förderkonditionen bleibt die Rechnung in der Regel positiv. Einen Überblick über KfW-Darlehen und weitere Programme gibt der Ratgeber zur Photovoltaik-Förderung. Welche Variante für Sie günstiger ist, hängt von Ihrem Zinssatz und Ihrer Liquidität ab — ziehen Sie im Zweifel eine unabhängige Beratung hinzu.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Solaranlage auch im Norden?

Ja. Hamburg hat zwar weniger Sonnenstunden als München, aber die Wirtschaftlichkeit wird vor allem durch Strompreis und Eigenverbrauch bestimmt. Typische Amortisation im Norden: 10–13 Jahre statt 8–11 Jahre im Süden.

Verbessert ein Batteriespeicher die Amortisation?

Ein Speicher erhöht die Eigenverbrauchsquote von ~30 % auf ~60–70 %, verlängert aber durch seine Zusatzkosten (5.000–12.000 €) zunächst die Gesamtamortisation. Er lohnt sich besonders bei hohem Tagesertrag und geringem Tagesverbrauch.

Was passiert nach der Amortisation?

Sie produzieren weiterhin Strom — die meisten Module haben 25 Jahre Leistungsgarantie. Jedes Jahr nach der Amortisation spart die Anlage den vollen jährlichen Vorteil (600–1.800 €), bei nur geringen laufenden Kosten von etwa 70–160 € pro Jahr.

Wie berechnet man die Amortisation einer Solaranlage?

Teilen Sie die Investitionskosten durch den jährlichen Vorteil. Der jährliche Vorteil ist die Summe aus Eigenverbrauchsersparnis (selbst genutzter Strom × Strompreis) und Einspeisevergütung (Überschuss × EEG-Satz). Die komplette Rechnung zeigen wir oben in fünf Schritten.

Was ist eine gute Amortisationszeit?

Als gut gilt eine Amortisation von unter etwa 12 Jahren. Da Module 25–30 Jahre Strom liefern, bleiben danach noch viele Jahre mit nahezu kostenlosem Strom. Selbst 13–14 Jahre sind über die Gesamtlebensdauer noch wirtschaftlich.

Amortisiert sich PV mit oder ohne Speicher schneller?

Die reine PV-Anlage amortisiert sich meist schneller, weil ein Speicher zusätzliche Kosten verursacht. Er erhöht zwar den Eigenverbrauch und damit den jährlichen Vorteil, die Mehrkosten verlängern die Gesamtamortisation aber in der Regel um einige Jahre. Mehr dazu auf der Seite Photovoltaik mit Speicher.

Lohnt sich PV trotz 10+ Jahren Amortisation?

Ja. Eine Amortisation von 11–13 Jahren bedeutet bei 25–30 Jahren Lebensdauer immer noch über ein Jahrzehnt nahezu kostenlosen Strom. Über die Gesamtlaufzeit erzielt die Anlage damit eine Rendite, die viele andere sichere Anlageformen übertrifft.

Wann amortisiert sich Ihre Anlage?

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