Rentabilität

Lohnt sich Photovoltaik 2026? Rentabilität ehrlich berechnet

Die kurze Antwort: Ja — für die meisten Einfamilienhäuser amortisiert sich eine PV-Anlage in 8–12 Jahren und liefert danach 15–20 Jahre nahezu kostenfreien Strom. Aber die Wirtschaftlichkeit hängt von mehreren Faktoren ab, die wir hier transparent aufschlüsseln.

Die drei Säulen der PV-Rentabilität

Ob sich eine Photovoltaikanlage lohnt, entscheiden drei Faktoren:

1. Eigenverbrauch — der größte Hebel

Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart Ihnen den vollen Strompreis (ca. 0,32 €/kWh). Das ist 4× mehr als die Einspeisevergütung. Je höher Ihr Eigenverbrauchsanteil, desto schneller rechnet sich die Anlage. Typisch ohne Speicher: 25–40 %, mit Speicher: 55–75 %.

2. Einspeisevergütung — die Basisabsicherung

Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, wird ins Netz eingespeist. Dafür erhalten Sie 2026 bei Teileinspeisung 7,78 ct/kWh (unter 10 kWp) bzw. 6,73 ct/kWh (10–40 kWp) — garantiert für 20 Jahre.

3. Anlagenkosten — der entscheidende Nenner

2026 liegen die Systempreise bei 1.400–2.000 €/kWp (inkl. Installation, 0 % MwSt). Eine typische 7-kWp-Anlage kostet damit 10.000–14.000 €. Die Kosten sind in den letzten Jahren deutlich gefallen.

Rechenbeispiel: Typisches Einfamilienhaus

Dachfläche40 m² (Süd)
Anlagenleistung5,7 kWp
Jahresertragca. 6.000 kWh
Eigenverbrauch (30 %)1.800 kWh → ca. 576 € gespart
Einspeisung (70 %)4.200 kWh → ca. 327 € Vergütung
Vorteil pro Jahrca. 903 €
Anlagenkostenca. 10.300 €
Amortisationca. 11,4 Jahre

Annahmen: PLZ-Region München, Strompreis 0,32 €/kWh, keine Batterie, kein Homeoffice. Berechnet mit unserem PV-Rendite-Rechner.

Wann lohnt sich Photovoltaik besonders?

  • Hoher Eigenverbrauch: Homeoffice, Wärmepumpe oder E-Auto erhöhen den Tagesverbrauch — und damit den Anteil an selbst genutztem PV-Strom.
  • Süd-/Südwest-/Südost-Dach: Optimale Ausrichtung bedeutet bis zu 25 % mehr Ertrag als Ost-/Westdächer.
  • Sonnige Regionen: Süddeutschland liefert ca. 1.100 kWh/kWp, Norddeutschland ca. 900 kWh/kWp — der Unterschied beeinflusst die Amortisationszeit um 1–2 Jahre.
  • Mit Batteriespeicher: Steigert den Eigenverbrauch von ca. 30 % auf 55–75 %. Die Mehrkosten lohnen sich oft — vor allem bei hohem Verbrauch.
  • Steigender Strompreis: Jeder Cent mehr pro kWh erhöht den Wert des Eigenverbrauchs. Der Strompreis ist seit 2020 um über 40 % gestiegen.

Wann lohnt sich PV eher nicht?

  • Reine Nordausrichtung: Ertragseinbuße von 40–50 % — die Amortisation verlängert sich entsprechend.
  • Starke Verschattung: Bäume, Nachbargebäude oder Kamine können den Ertrag massiv senken.
  • Sehr kleine Dachfläche: Unter 15 m² nutzbarer Fläche sind die Fixkosten pro kWp überproportional hoch.
  • Dach sanierungsbedürftig: Wenn das Dach in 5 Jahren erneuert werden muss, sollten Sie beides zusammen planen.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine kleine PV-Anlage (3–5 kWp)?

Ja, gerade kleine Anlagen haben oft eine hohe Eigenverbrauchsquote, weil der Ertrag nah am Verbrauch liegt. Die Amortisation ist ähnlich wie bei größeren Anlagen.

Lohnt sich PV ohne Speicher?

Ja — auch ohne Speicher profitieren Sie von Eigenverbrauch und Einspeisevergütung. Ein Speicher verbessert die Wirtschaftlichkeit, ist aber keine Voraussetzung.

Wird sich Photovoltaik in Zukunft noch mehr lohnen?

Die Modulpreise sinken, aber auch die Einspeisevergütung fällt halbjährlich. Gleichzeitig steigt der Strompreis tendenziell weiter. Wer jetzt installiert, sichert sich den aktuellen Vergütungssatz für 20 Jahre.

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